In Kalenderwoche 21 wurden die Knollensellerie-Versuche in der Gärtnerei Apfeltraum bei Müncheberg sowie in der Marktgärtnerei Odergarten in Lunow-Stolzenhagen gepflanzt.
Beide Betriebe vermarkten ihr Gemüse im Rahmen einer Solidarischen Landwirtschaft (SoLawi) und bauen ein für SoLawis typisches, breites Sortiment an Gemüse- und Kräutern an. Sie wirtschaften auf den für Brandenburg charakteristischen leichten Böden (lehmiger Sand).
Versuchfrage und Hintergrund
Mit den Sellerieversuchen untersuchen wir, wie gut verschiedene Sorten mit Hitze- und Trockenstress umgehen können und wie widerstandsfähig sie gegenüber Schaderregern, insbesondere der Blattfleckenkrankheit (Septoria apiicola), sind.
Knollensellerie benötigt eine ausreichende und möglichst gleichmäßige Wasserversorgung. Der Anbau auf leichten Böden und zunehmenden Trockenperioden ist dadurch besonders herausfordernd. Um die Reaktion der Sorten auf unterschiedliche Wasserverfügbarkeit zu untersuchen, wird an einem Standort bedarfsgerecht bewässert, während die Bewässerung am zweiten Standort reduziert erfolgt.
Die Sorten im Versuch
‚Bergers Weiße Kugel‘: Mittelgroße bis große, runde Knollen mit kräftigem Laub und glatter, hellbrauner Schale. Sehr aromatisch.
Erhalter: Saatgutgärtnerei Johannishöhe
Herkunft: 2019 von Arche Noah
‚Dresdener Markt‘: Eher kleine bis mittelgroße, runde Knollen mit weißem Fleisch. Mild aromatisch.
Erhalter: Saatguterhaltung Albrecht Vetters
Herkunft: 2019 von Arche Noah
‚Magdeburger Markt‘: Weiße, eher kleine, runde Knollen, die oft mit lila Adern durchzogen sind. Kräftiges, nussiges Selleriearoma.
Erhalter: Keimzelle Ökosaatgut
Herkunft: 2007 vom Mühlenbachhof
‚Prager Riesen‘: Mittelgroße bis große, runde Knollen mit weißem Fleisch. Kräftiges nussiges Aroma.
Erhalter: Saatgutgärtnerei Johannishöhe
Herkunft: 2019 von Arche Noah
Zum Vergleich wird die samenfeste Sorte ‚Porthos‘ angebaut. Sie wurde von Friedemann Ebner (Sativa Rheinau und Kultursaat e. V.) gezüchtet.
Eindrücke von der Pflanzung
Standort 1: Gärtnerei Apfeltraum (bei Müncheberg)




Standort 2: Marktgärtnerei Odergarten (Lunow-Stolzenhagen)



Wie geht es weiter?
Nun beginnt die spannende Phase des Versuchs: Welche Sorten kommen mit Trockenheit und Hitze am besten zurecht, und zeigen sich Unterschiede in der Anfälligkeit gegenüber Schaderregern? Diesen Fragen gehen wir in den kommenden Monaten nach und berichten regelmäßig über die Entwicklung der Bestände. Die Ergebnisse werden nach der Ernte vorgestellt.